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Hannes Jo Rühle

Sänger

Es hat ungefähr ein Jahr gedauert, bis ich richtig gut war. „Bist du bekifft?“, hab' ich öfter vor mich hingesagt, als es mir lieb war, aber dieser Satz ist die beste Hilfe beim Erlernen des Beatboxens.

Eigentlich bin ich ein typischer Duschen-Sänger, nicht zuletzt, weil die Akustik im Bad so gut ist. Lange Zeit war es auch nötig, dass mich wirklich niemand hört, aber irgendwann kam mein erster Auftritt bei einem Schulkonzert vor 150 Leuten. Es war unglaublich aufregend. Aber trotz des riesigen Lampenfiebers, hab' ich weitergemacht und es geschafft. Bei einem Newcomer Festival in Bremen konnte ich bis zu 600 Leute im Zelt begeistern, als Beatboxer und als Moderator.

Obwohl mein Vater mir schon früh quer durch alle Musikrichtungen Kassetten mitgebracht hat, hätte ich damals nie gedacht, dass Musik meine große Leidenschaft werden sollte.

Mit acht Jahren war ich fasziniert vom Saxophon, aber irgendwie war es nie mein Instrument und das Üben eher eine Quälerei für mich - und andere. Aber mit 13 kam das Erweckungserlebnis, beim zufälligen Anschauen eines Beatbox-Videos. Kurz darauf gründete ich mit Freunden eine kleine Band und wir haben aus Spaß viele Lieder gecovert. Ich entdeckte meine Gesangsstimme und mein Improvisationstalent. Vor allem „Reggae“ und „Rhythm and Blues“ faszinieren mich.

Mein schönstes Komponier-Erlebnis hatte ich in den Dünen von Amrum, wo meine Freunde und ich am Strand für Kinder ein Schlaflied komponiert haben. Sie sind zur Freude ihrer Eltern tatsächlich alle eingeschlafen.

Schon bevor ich mein Abi hatte, war mir klar, dass ich etwas mit Musik machen möchte. Mein Herz gehört eigentlich meiner Heimatstadt Bremen, aber durch ein Praktikum hat es mich in den Südwesten Deutschlands verschlagen, wo ich Michele kennen lernte.